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2017 10 10 Bundestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Werken

10. Oktober 2017, Salzburg

Anwesende:
Dr. Gabriele Trattner, BMB
Dr. Gabriele Stöger, Moderation
Mag. Gerrit Höfferer, ZSK
Mag. Ingrid Krottendorfer, ZSK
Delegierte aus den Bundesländern (siehe TN-Liste)
Tagesordnung lt. Programm

Verlauf der Bundestagung:
14:00 Dr. Stöger begrüßt die Anwesenden und erfragt, aus welchen Bundesländern die TN kommen. Es zeigt sich eine ausgewogene Verteilung. Anschließend begrüßt Dr. Trattner die TN und gibt Einblick in den Stand der Lehrplanentwicklung für den gemeinsamen Gegenstand "Technisches und textiles Werken“ an der Sekundarstufe I. Mag. Gerrit Höfferer dankt allen für die pünktliche und zahlreiche Anmeldung und gibt Erklärungen zum Organisatorischen.

14:15: Dr. Stöger informiert über den Tagungsablauf und die Programmgestaltung. Der Keynotespeaker, Mag. Wolfgang Losisser wird vorgestellt und anmoderiert.

14:30: Mag. Lobisser hält einen Vortrag mit dem Titel: „Experimentelle Archäologie“ (siehe Abstract)
Mag. Lobisser sieht die Experimentelle Archäologie als in hohem Maße geeignet, unsere Vorstellungen von den technischen Möglichkeiten unserer Vorfahren auf eine lebensnahe Basis zu stellen, unsere Erklärungen und Interpretationen von Grabungsbefunden zu überprüfen. Das Experiment setzt dort an, wo die herkömmlichen Methoden der Archäologie nicht mehr greifen und versucht, Handwerkspraktiken, technische Einrichtungen, und Arbeitsvorgänge zu erproben, zu erklären und so letztlich zu rekonstruieren. In den letzten Jahren wurden von Mitarbeitern der interdisziplinären Forschungseinrichtung für Archäologische Wissenschaften (VIAS – Vienna Institute for Archaeological Science) zahlreiche archäologische Experimente zu Themenbereichen wie prähistorische Architektur, Holztechnologie, Keramikherstellung, textile Techniken, Knochen- und Geweihschnitzerei, sowie zu Leder-, Fell- und Steinbearbeitung durchgeführt.

15:15: Dr. Stöger bedankt sich für den Vortrag fordert die TN auf, Fragen zur Keynote zu stellen. Die TN sind beeindruckt von den uralten hochentwickelten Techniken und den Materialkenntnissen unserer Vorfahren. Mag. Lobisser wird verabschiedet.

15: 30: Pecha Kucha – Werkunterricht in Österreich – Impressionen:
Es folgen vier Beiträge im Pecha-Kucha-Format: 20 Folien werden präsentiert, jede Folie wird für die Dauer von 20 Sekunden gezeigt, die Referentinnen und Referenten erklären dazu ihre Projekte. Ein impressionistischer Zugang zum Werkunterricht aus unterschiedlichen Perspektiven sollte ermöglicht werden.

Präsentationen:

Gabriele Reithofer: INKLUSION im Werkunterricht:
Seit der Gründung der Integrativen Lernwerkstatt Brigittenau, eine öffentliche VS und NMS mit integrativ geführten Mehrstufenklassen für SchülerInnen im Alter von 6.-15 Jahren in Wien, im 20 Bezirk, hat der textile und technische Werkunterricht einen ganz besonderen Stellenwert.(18 Jahre). Die Schülerinnen und Schüler werden von der 1. VS bis zur 6. NMS wöchentlich 100 Minuten, ab dann in der 7.+8. Schulstufe 75 Minuten wöchentlich bzw. bei einem Projekt auch mehrere Stunden, in Werken unterrichtet und je nach Begabungen auch zusätzlich, gefördert . Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler auf das spätere Berufsleben vorzubereiten. Auf den Leitfaden für inklusive kulturelle Bildung http://www.schule-inklusive-kulturelle-bildung.eu/ wird von Gabriele Reithofer hingewiesen.

Susanne Weiß: No Blood On My Clothes:
24 Schülerinnen der 1. Klassen des Europagymnasiums Linz, Auhof beschreiben ihr persönliches Kaufverhalten. "Made in" findet kaum Beachtung beim Kauf der begehrten Stücke.... bis vor Kurzem. Über viele Monate setzen sie sich im Fach "Textiles Gestalten" intensiv reflektierend, handwerklich, aktionistisch und performativ mit ihrem Modekonsum und den Produktionsbedingungen in der Textilindustrie auseinander. Die Schülerinnen haben erkannt, dass sie als junge Textilkonsumentinnen nicht ohnmächtig der globalen Ausbeutung humaner und materieller Ressourcen zusehen müssen, sondern aktiv agieren, Verantwortung übernehmen und die Fäden in der Hand halten können.

Rudolf Hörschinger: TEC -TEX kooperative Aufgaben“. Präsentation verbindender Unterrichtsbeispiele zum Bereich Technisches und Textiles Werken.

Erich Mayerhofer: "Was nach 20 Jahren noch immer von den jungen Leuten geschätzt wird!?"
Präsentation von „Klassikern“ aus dem technischen und textilen Bereich im Rahmen der BAFEP.

Mag. Gerrit Höfferer regt an, als Impuls für das Zusammendenken von Design/Technik/Textil das Video des Modeschöpfers und Künstlers Hussein Charlayan https://www.youtube.com/watch?v=UxOuOMcNvSU&t=192s anzusehen. Hier verwandeln sich Möbelbezüge zu Kleidern, Stühle werden zu Koffern und ein Tisch kann als Reifrock getragen werden.
Ein Ausschnitt des Videos wird den TN dargeboten.

16:00 -16:30: Pause

16:30: Arbeitskreis I: Dr. Stöger gibt die Themen der Arbeitsgruppen und deren Gruppenleitungen bekannt. Es erfolgt die Bekanntgabe der Gruppenleitungen und die Zuteilung der Arbeitsräume. Ziel der Arbeitsgruppen ist es Unterrichtsbeispiele, -sequenzen oder allgemeine Zugänge zu den Bereichen:

  • Arbeiten mit der Hand/Digitalisierung, neue Trends (Neubacher, Schober)
  • Werken als Grundlage für Allgemeinbildung (Kaltenbrunner)
  • Technik (Hörschinger, Wiesinger)
  • Körper (Weiß, Jansenberger)
  • Raum (Starzacher)

Dr. Trattner informiert die TN, dass der Lehrplanentwurf für das gemeinsame Fach „Technisches und textiles Werken“ noch nicht als Arbeitsgrundlage für die Arbeitsgruppen zur Verfügung gestellt werden kann, da der Lehrplan noch nicht in Begutachtung gegangen ist. Sie dankt den Mitgliedern des Lehrplanteams für deren konstruktive und einende Arbeit.

18:00 -19:30: Pause

19.30: Vernetzung: „Salon Werken“ (Gedankenaustausch zu praxisorientierten Themen) Es werden vier Themengruppen als Impulse für den Gedankenaustausch in wechselnden Gruppen angeboten:

  • Autonomie: Profilschärfung; Möglichkeiten der Positionierung im Fächerkanon
  • Schnittstellenthematik
  • Werken in der Oberstufe als Maturafach
  • Schwerpunktschulen „Werken“, Beispielschulen

Mag. Erwin Neubacher führt ab 19.30h durch seine Sammlung von Sitzmöbeln, die derzeit in der „Initiative Architektur“ in Salzburg im Rahmen der Ausstellung „Sitzen und besitzen“ zu sehen ist. Eine Gruppe von TN nimmt das Angebot an und kehrt danach ich den „Salon Werken“ zu Reflexion und Austausch zurück.
Mit dem „Salon Werken“ endet der erste Tag.

9:00: Am 11.10. wird die Weiterarbeit in den Arbeitsgruppen vom Vortag fortgesetzt. Im Anschluss erfolgt die Präsentation der Ergebnisse durch die Gruppenleiterinnen und –leiter.

10.30: Austausch der Ergebnisse der Arbeitskreise im (siehe Fotoprotokoll):

Arbeiten mit der Hand/Digitalisierung, neue Trends (Neubacher, Schober):

  • Dringende Vermittlung:
  • Basistechnologien, um kreative und konstruktive überhaupt erst zu ermöglichen.
  • Materialerfahrungen
  • Einsatz neuester Technologien (Elektronik, Medien, 3-Drucker)
  • Werkraumausstattung, Fortbildung, Unfallverhütung

Werken als Grundlage für Allgemeinbildung (Kaltenbrunner):
Zusammenlegung: Als Rettung für TEX; größeres Interesse der Mädchen an TEC

  • Profit: kann mit allen Fächern kooperieren,
  • Scheitern als positiver Aspekt des TUNS
  • Sprache entwickeln
  • Kognitives Arbeiten: Kopf-Hand-Kopf: Gedanken in Materie transkribieren
  • Mit den Händen tun-arbeiten
  • Position von Werken: Mitwirken von Werken im gesamten Schulleben (Schule ist ein Dorf)
  • Wertschätzung der Direktionen gefordert, nicht nur an Hauptfächern; jedoch schwierig, da die Kolleginnen und Kollegen die Kompetenzziele erreichen müssen (Zentralmatura)
    FÄCHERÜBERGREIFENDER LEHRPLAN
  • Fortlauf: Werken kontinuierlich – von der Elementarstufe bis zur SEKII (Matura)
  • Evaluation: Schule wird messbar, um die „Qualität“ vergleichen zu können – muss Werken messbar sein?
  • Kann und muss künstlerisches Tun messbar sein?
  • Kompetenz: Selbstbewusstsein, Individuum fördern; Mitarbeit/Tea,-Arbeit; laterales Denken – innovationsfreudig
  • Gesellschaft: Etablierung des Werken in das gesellschaftliche Leben (Werksaal – Makerlab)


Technik (Hörschinger, Wiesinger):
Begriffsverwirrung bezüglich Definition von Technik
TEX: Techniken = TEW: Technologien
Technik ist Teilbereich des Faches Technisches Werken und hat das Ziel, Technische Bildung zu vermitteln.
Anspruch – Ziel, dass Technische Bildung als Teil der Allgemeinbildung im Vordergrund steht
Identität: angewandte Technik durch offene, problembezogene Aufgabenstellungen
Wie kann das erreicht werden?

  • Herzstück ist die Aufgabenstellung, die die SuS neugierig machen soll, die sie zum Tüfteln anregt
  • Wie funktioniert etwas/das? Konstruktivistischer Ansatz/Ko-Konstruktion (Fthenakis)
  • Was ist der Zweck des technischen Ablaufs?
  • Problemlösung steht im Vordergrund – Technik ist final ausgerichtet, ... – Abgrenzung von NAWI;
  • Technik: Sie ist auf den Menschen bezogen – es geht um den Nutzen
  • Verweis auf DGTB – Didaktik des Technikunterrichts


Praktische Beispiele

  • Wind und Luft – als Antrieb nutzen (Luftdruck, Gleiten, Steuern, Sessel ...) - Hilfsgüter über schwer zugängigem Gelände abwerfen
  • Fortbewegung im/zu Wasser
  • Bewegungen weiter leiten und umformen: Mechanisches Spielzeug, am Rummelplatz – z.B. Räder treiben Räder an - Fahrradwerkstatt
  • Maschinen verstärken meine Kraft –
    Fahrradwerkstatt
    aus einem Brunnen Wasser holen
    die Lehrkraft mit drei Fingern heben können
    Ein mechanisches Wurfgerät für den Tennisball bauen

 

  • • Wasser nutzen, leiten, umleiten, kanalisieren,
    Wasserrad
  • Fahren – Rollen – Transportieren: von der Kunststoffflasche zum Leichtbaufahrzeug
  • Elektrotechnik:
    Wackeltiere (Vibrobots)
    Mir geht ein Licht auf - mobiles Licht, .... Licht und Schatten
    Wir erzeugen Strom
  • Antriebe:
    Elektrisch
    Gummiband
    Wind
    Feder
    Wasser (ein Fahrzeug mit 2l möglichst weit fahren lassen)
  • Technische Aspekte der Architektur (z.B. Statik)


Körper (Weiß, Jansenberger):
Verschiedene Zugänge und Definitionen des Körpers:

  • Als Material; Leib als Konstrukt
  • Menschlicher Körper als Maß und Schnittstelle: für Produktion, Nutzung; als Bezugsrahmen
  • Objektding als Gegensatz zur Fläche
  • Als Grenze und Erweiterung
  • Erweiterung der Sinne
  • Als Impuls für Handlungsorientierung

    Raum (Starzacher): (Gesamtübersicht siehe Fotoprotokoll)
  • Raumbegriffe- und Raumvorstellungen: privat/öffentlich/virtuell
  • Containerraum/sozialer Raum/KULTUR-Raum
  • Raum beschreiben – Raum konstruieren – Aufgaben....
  • Konstruktion 2D/3D – Funktion – Gestaltung
  • Raumaneignung: Gefühle, Emotionen, Bedürfnisse
  • Raumwahrnehmung: Sprache, Darstellung(-stechnik), „begehen“
  • Konkrete Ebene: Maßstäblichkeit: Proportionen, Macht, Zentrum „Zahlenraum“
  • Privat/öffentlich: Virtueller Raum, Wunschraum, Stadtraum, Genderraum

    Schuhschachtel als Medium für kritische Auseinandersetzung: Raum-Körperverhältnis
  • Arch. Form als Sehmechanismus
  • Medien: techn., digital
  • Wohnen, Schule, „3. Raum“: Shoppingcenter
  • Konsum: histor. Entwicklung, Gesellschaft, (eig. Erfahrung)

    Rahmenbedingungen von Raum:
  • Grenzen/Material/Funktion/Nutzung/Herstellungsprozesse/Ökonomie



11:00: Landesgruppentreffen: Tätigkeiten und Entwicklungen in der Landesgruppe werden intern diskutiert. Vernetzungsmöglichkeiten und Austausch über die BAG-WERKEN Homepage wird angeregt (siehe Fotoprotokoll).

12:00: Mittagspause:
13.30: Arbeit in Schularten-Gruppen nach eigenen thematischen Schwerpunktsetzungen ausgehend von den Leitthemen:
Schnittstellenthematik (Zusammenarbeit: VS+SEK1):

  • Bildungsrahmenplan– Erwartungshaltung VS: Stift halten, Arbeitsplatz einrichten, wegräumen; Arbeitshaltung; Freude am „Tun“ und Mitmachen, Durchhaltevermögen; keine perfekten Werkstücke (Elternbildung)
  • SEKI: Schreibschrift; (siehe Bsp. Vorjahr) Zusatz: beim Messen „Anzeichnen“; Faden anstatt Wolle,
  • Gefahrenbewusstsein

Zusammenarbeit: SEK1+SE2:

  • POLYT/fürs Leben; Interesse der SuS für Lehre
  • Unsicherheit/Nichtwissen
  • Erwartungen der SEKII: Messen, Schätzen; räuml. Vorstellungsvermögen, Anleitungen, Pläne lesen und zeichnen können/darstellen können, Maßstab – erleichtert Berufsorientierung
  • Ernsthaftigkeit
  • Fähigkeit zur schöpferischen Gestaltung

Anschlussthematik: PHs/Unis: Ausbildung, Fort- und Weiterbildung; Zusammenarbeit: SEK2+ tertiärer Sektor

  • Ein Lehrer berichtet von einem konkreten Fortbildungsprojekt
  • Es gilt, Leute zu gewinnen, die schon konkret in Schulen arbeiten
  • Netzwerk Schulen - Unis, mehr öffnen, mehr Austausch
  • Werkstätten, wo Lehrende und SuS hingehen können
  • LehrerUniKunst: für alle offen
  • Fachdidaktikzentren einrichten, (Idee aus dem MINT Bereich übernehmen): AECC und RECC
  • Allgemeine und regionale Zentren: für Fachdidaktik als Schnittstelle Lehrerfortbildung (Phs, LSR …); für Forschungs- und Vernetzungsarbeit
  • Wie viel Praxis soll bei der Matura geprüft werden?
  • Maturafach Werken, ganzheitliche Bildung
  • Spezielle Form von Forschung


Nächste Termine:

  • 16.4.2018: BAG-Werken KO-Team im Mozarteum, Alpenstraße 75, 5020 Salzburg
  • 08./09.10.2018: Bundestagung in Salzburg, St. Virgil

14.30: Mag. Gerrit Höfferer präsentiert die KuBi-Tage 2018: Tage kultureller Bildung an Schulen und demonstriert auf der ZSK-Homepage die Anmeldeformalitäten. Sie weist auf die Wichtigkeit der Beteiligung an diesem Projekt hin, um ein starkes Zeichen für kulturelle Bildung zu setzten. Die TN der BAG-WERKEN werden ersucht, sich verstärkt an den KuBi-Tagen 2018 zu beteiligen. Auch Universitäten und PHs, die mit Schulen kooperieren, können und sollen daran teilnehmen. Gemeinsam mit Mag. Ingrid Krottendorfer wird auf die Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten für Projekte im Rahmen von KulturKontakt Austria hingewiesen.
15:00: Mag. Gerrit Höfferer und Mag. Ingrid Krottendorfer informieren über die Bundesseminare 2018. Gerrit Höfferer bedankt sich bei allen TN für die rege Beteiligung sowie die konstruktive Arbeit und schließt die Tagung

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